Schule draußen – Jahresmotto 2020/21

Oktober 2020

Obst und Gemüse mit allen Sinnen

Im Oktober drehte sich im Sachunterricht der 2. Klassen alles um Obst und Gemüse. Zuallererst benannten wir viele bekannte Obst- und Gemüsearten und lernten viele neue dazu. Zu entscheiden, was Obst und was Gemüse ist, war nicht immer leicht. Vor allem, dass eine Melone botanisch eigentlich zum Gemüse zählt, obwohl sie süß schmeckt, erstaunte viele Kinder sehr.

»Schule draußen« im Höhenkirchner Krautgarten

»Schule draußen« in der Streuobstwiese Neubiberg


Bei einem kleinen Ausflug zu den Höhenkirchner Krautgartenparzellen unweit der Schule konnten wir zahlreiche Gemüsearten noch unmittelbar entdecken. Zu dieser Jahreszeit fanden wir Rosenkohl, große Wirsing- und Spitzkohlköpfe, Spinat und kleine Salate. Als wir einen kugeligen Knollensellerie aus der Erde zogen, staunten wir nicht schlecht, als ein riesengroßer Wurzelballen zum Vorschein kam. Mit „Ah“ und „Oh“ begleitet verlief die Ernte einer Pastinake, die weiß und so groß wie ein Unterarm aus dem Boden kam. Am Ende suchten wir weitere Gemüsearten und fotografierten sie mit den iPads.
Im Krautgarten wurde schon deutlich, dass nicht jedes Obst oder Gemüse zu jeder Zeit bei uns wachsen kann. Im Unterricht erarbeiteten wir eine große Ernteuhr: Für jeden Monat gestalteten wir eine Übersicht, was in Deutschland im Freiland oder im Gewächshaus gerade reif wird. Alle anderen Arten, die wir sonst kaufen können, müssen in diesen Monaten aus dem Ausland geliefert werden. Woher das Obst und Gemüse in den Geschäften kommt, entdeckten die Kinder bei einem Untersuchungsauftrag in den Supermärkten: Tomaten aus Belgien, Champignons aus den Niederlanden, Kiwis aus Neuseeland, Bananen aus Guatemala, Papayas aus Brasilien …
Als besondere Hausaufgabe sollte jedes Kind mit Oma, Opa oder anderen Bekannten in höherem Alter ein Interview führen. So manche Oma nah und fern freute sich über einen Anruf ihres Enkelkindes. Sie erzählten von ihren Erinnerungen mit Obst und Gemüse in deren Kindheit, berichteten wo sie es damals kauften oder von eigenem Anbau im Garten. Stolz erzählten die Kinder in der Klasse von ihren Interviews.
Bei einem Ausflug zum Umweltgarten Neubiberg brachte uns eine Umweltpädagogin den Lebensraum Streuobstwiese näher. Wir lernten, welche Obstarten auf einer Streuobstwiese wachsen und dass es ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzenarten ist. Die umweltpädagogischen Spiele machten uns großen Spaß. Nachdem uns gemeinsam zahlreiche Produkte einfielen, die man aus Äpfeln zubereiten kann, konnten wir einen direkt gepressten Apfelsaft aus Äpfeln einer Streuobstwiese probieren. Er war säuerlicher, aber auch viel interessanter als ein gekaufter Apfelsaft. Mhm, und vor allem lecker!
Auf unseren tollen digitalen Tafeln haben wir unseren ersten Film gesehen. Bei »Willi wills wissen – Wer erntet eigentlich die Äpfel?« konnten wir lernen, wie Äpfel wachsen und wie sie modern gelagert werden, damit sie auch lange nach der Ernte frisch gegessen werden können.

Apfelbücher

Im Fach Werken & Gestalten übten wir das Schneiden, Falten und Kleben. Zum Thema passend gestaltete dabei jedes Kind sein eigenes Apfelbuch, bei dem die Schaubilder und Informationen zum Apfel besonders übersichtlich ausgeschnitten und aufgeklebt werden sollten. Abschließend ließen wir uns noch eine Auswahl von verschiedenen Äpfeln auf der Zunge zergehen. Bei einer Apfelverkostung durfte jedes Kind unter coronagemäß hygienischen Bedingungen ein Stück verschiedener Apfelsorten probieren. Wir verglichen das Aussehen der Apfelschale und des Fruchtfleisches und den Geschmack miteinander und bestimmten die Hitliste der beliebtesten Äpfel der Klasse.
Nach unseren vielfältigen Erfahrungen rund um das Thema »Obst und Gemüse mit allen Sinnen« gehen wir jetzt bewusster mit diesen Lebensmitteln um und manch einer von uns traut sich nun auch einmal unbekannte Arten zu probieren.
Klasse 2a und 2b mit A. Simnacher und B. Bochmann

Oktober/November 2020

Lernort Wald

Statt im Klassenzimmer zu sitzen, genossen die dritten Klassen der Erich-Kästner-Grundschule im Oktober und November einen Vormittag lang die frische Luft im Wald. Um neun Uhr trafen wir uns an der Leonhardikapelle mit dem Revierförster Herrn Einwanger. Zusammen wanderten wir an den Waldrand. Er erklärte uns sehr fachkundig das Ökosystem mit den vielfachen Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren. Dabei erfuhren wir, dass es viel mehr Tiere als Pflanzen gibt. Er zeigte uns die Unterschiede zwischen Tannen, Fichten und Kiefern. Eine frische Fährte im dichten Laub führte uns zu einem weit verzweigten Dachsbau mit mehreren Ein- und Ausgängen. Das war vielleicht eine Aufregung! Einige Zeit später erreichten wir einige Douglasien. Diese Bäume wachsen normalerweise in Amerika. Mit einem Stöckchen durften wir die Harzblasen dieses Nadelbaumes anstechen. Wir waren erstaunt, wie intensiv das Harz nach Zitrusfrüchten roch. Zum Aufwärmen spielten die Kinder nicht „Räuber und Gendarm“, sondern „Rehe und Jäger“. Glücklicherweise kamen in jeder Spielrunde einige Rehe unbeschadet ins Ziel. Am Ende bedankten wir uns sehr herzlich bei Herrn Einwanger für den erlebnis- und lehrreichen Vormittag. Die Klassen 3aG, 3b und 3c